St. Paulin damals und heute

Der Pauliner Hof, Teil des ehemaligen Klosters St. Paulin, und das angrenzende Dominikaner Weingut sind seit 2001 im Besitz der Familie von Nell-Breuning, die den Hof umbaute und sanierte und im Sommer 2004 neu eröffnete. Im Pauliner Hof bieten wir Ihnen regionale, frisch zubereitete Speisen an und arbeiten dazu insbesondere mit Lieferanten aus der Region Trier, dem Ruwertal sowie Hunsrück und Eifel. Dazu reichen wir Ihnen Weine aus dem traditonsreichen Dominikaner Weingut. Und wer lieber ein Glas frisch gezapftes Bier mag, der wird im Pauliner Hof natürlich auch fündig.


Die Geschichte des Hofs ist lang und erst seit Napoleon eine weltliche. Ab dem 4. Jahrhundert war das Kloster St. Paulin mit dem Pauliner Hof und dem Weingut in Kirchenbesitz - zunächst unter römischer, dann unter fränkischer Herrschaft. Frankenkönig Dagobert schenkte um 630 das Anwesen dem Kloster St. Paulin in Trier - daher die Namensgebung -, womit es lange zum ältesten Bistum Deutschlands zählte.


Als Napoleon seine Kriegskasse zu füllen hatte, kam es zu einer Versteigerung aller links des Rheins gelegenen Klöster und St. Paulin ging in Privatbesitz über. In der Kapelle finden jedoch bis heute Tauffeiern und Hochzeiten statt.

Schenkung des Merowinger Königs Dagobert

Das Stift St. Paulin ist neben dem Domstift zu Trier das älteste Stift auf deutschem Boden und hatte schon zu alten Zeiten erheblichen Grundbesitz.

 

Der Merowinger König Dagobert vergrößerte den Stiftsbesitz durch seine Schenkung von 634 erheblich. Teile des Ruwertales fielen damals in den Besitz des Stiftes St. Paulin. Das Anwesen des heutigen Pauliner Hofes wird erstmals 1373 als Hofgut erwähnt. Es wird als Rest der bedeutenden  Schenkung König Dagoberts angesehen.


Das in seinen Details und im Innern veränderte Anwesen birgt historische Bausubstanz und eine alte Kelleranlage. Das auch als „Niederbenningen“ bezeichnete Hofgut hatte als Niederlassung des Stiftes St. Paulin auch die Aufgabe, das Hinterland zu christianisieren. Hierzu verfügte das Hofgut über eine der heiligen Katharina geweihte Kapelle mit Pfarr- und Asylrecht. An diesem Ort steht heute die Katharinenscheune.

Säkularisation

1794 erfolgte die Eingliederung des linksrheinischen Gebietes in den französischen Staat. Die Säkularisation der Kirchengüter unter Napoleon veränderte die Besitzverhältnisse grundlegend. Hiervon waren auch die Pauliner Besitzungen betroffen. Die Liegenschaften wurden beschlagnahmt und versteigert; die Stiftsherren entlassen. Der letzte Stiftsherr von St. Paulin war Nikolaus von Nell. Auch er wurde entlassen und steigerte ein Landhaus in Kasel. Nikolaus Nell ist auch bekannt als Schöpfer des Nell`s Ländchen in Trier.


Die Versteigerungsunterlagen des Paulinischen Besitzes in Kasel sind erhalten und weisen aus: 1 Hofgut, 1 Haus, 1 Hof, Scheunen, Ställe, 1 Kapelle, Bering, Garten, Ackerland: 0,8ha, Wiese: 1,75 ha, Baumgarten: 0,38 ha, Weinberg: 2,65 ha, Wildland: 55,39 ha.

Vom Caseler Hof zum Pauliner Hof

Am 22.11.1805 erhielt bei einem dritten Versteigerungstermin Paul Louis aus Merzig den Zuschlag für 9000 Francs. Der ehemalige Hof des Stiftes St. Paulin führte sodann den Namen "Gasthaus Caseler Hof".


Den Namen Pauliner Hof, in Anlehnung an das ehemalige Hofgut des Stift St. Paulin, trägt das Haus wieder seit seiner Übernahme und aufwändigen Sanierung durch Christoph und Ingeborg von Nell-Breuning im Jahr 2001.